
Wusstet ihr schon, dass es im Sauerland tatsächlich Pyramiden gibt? Ich wusste es bis vor ein paar Jahren selbst nicht. Dass wir sie schließlich entdeckt haben, war eher ein Zufall.
Wir waren zu dieser Zeit in Winterberg und bekamen von unserer Unterkunft die Sauerland Sommer Card. Mit dieser Karte erhält man vergünstigten oder teilweise sogar kostenlosen Eintritt zu verschiedenen Freizeitaktivitäten in der Region.
Auf der Liste stand unter anderem der Galileo Park in Lennestadt. Da das Wetter an diesem Tag etwas wechselhaft war, beschlossen wir kurzerhand, den Park zu besuchen.
Und was uns dort erwartete, hat uns wirklich überrascht.
Die Sauerland Pyramiden in Lennestadt
Als wir in Lennestadt ankamen, ging es zunächst einen kleinen Berg hinauf. Und plötzlich konnten wir sie sehen: insgesamt sieben Pyramiden mitten im Sauerland.

In vier der Pyramiden befinden sich die Ausstellungen des Galileo Parks, der sich selbst als Rätsel- und Wissenspark bezeichnet. Dort soll Wissen vermittelt und gleichzeitig das Interesse an neuen und ungewöhnlichen Themen geweckt werden.
Wir waren gespannt, was uns in den Pyramiden erwarten würde.
Die übrigen drei Pyramiden werden übrigens von verschiedenen Unternehmen genutzt. Dort befinden sich unter anderem Büroräume.
Der Galileo Park – mehr als nur Pyramiden
Das Gelände rund um die Sauerland Pyramiden ist wie ein kleiner Park gestaltet. Ein See, kleine Brücken und verschiedene Kunstwerke machen den Außenbereich abwechslungsreich.

Schon beim Rundgang über das Gelände gibt es einiges zu entdecken.
Besonders auffällig war für uns dieses skurrile Metallgebilde. Es trägt den Namen „Ritual Mashine“ und wurde von dem griechisch-polnischen Künstler Pawel Thanasis Lickas geschaffen. Inspiriert wurde er offenbar von Science-Fiction-Filmen.

1. Ausstellung: „Tod wie ein Dodo“
Als Erstes besuchten wir eine der Pyramiden mit der Ausstellung „Tod wie ein Dodo. Arten. Sterben. Gestern. Heute.“
Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Artensterben und der Ausrottung von Tierarten – und damit, welchen direkten oder indirekten Einfluss der Mensch darauf hat.
Besonders eindrucksvoll waren die lebensgroßen Dioramen. Sie zeigen das Artensterben in unterschiedlichen Zeitepochen und machen das Thema dadurch sehr anschaulich.

Der Dodo
Der Dodo ist Namensgeber der Ausstellung und gilt als Paradebeispiel für eine Tierart, die durch den Menschen ausgestorben ist.
Die taubenähnlichen, flugunfähigen Vögel lebten auf Mauritius im Indischen Ozean. Da sie keine natürlichen Fressfeinde hatten, waren sie sehr zutraulich.
Als im 16. und 17. Jahrhundert immer mehr Seefahrer die Insel besuchten, um ihre Vorräte aufzufüllen, wurden die Dodos zu einer leichten Beute.
Zusätzlich wurden Ratten, Affen und Schweine auf die Insel gebracht. Diese fraßen unter anderem die Eier der Dodos. Um etwa 1700 herum soll die Art schließlich vollständig ausgestorben gewesen sein.
Der Riesenalk

Auch der Riesenalk (Pinguinus impennis) war flugunfähig. Anders als die heute bekannten Pinguine lebte er allerdings auf der Nordhalbkugel entlang der Inseln des Nordatlantiks.
Während der Brutzeit verbrachten die Tiere nur etwa zwei Monate an Land.
Als die ersten Siedler die Inseln erreichten, wurden die nicht scheuen Riesenalke schnell zu einer beliebten Nahrungsquelle. Auch Seeleute machten Jagd auf die leicht zu erbeutenden Tiere.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es schließlich nur noch wenige Exemplare. Heute gilt der Riesenalk als ausgestorben.

Nashörner und der Handel mit Wildtieren

Auch das Schicksal der Nashörner dürfte vielen von uns bekannt sein.
Wegen ihrer Hörner, die zu den teuersten illegal gehandelten Wildtierprodukten gehören, werden Nashörner von Wilderern gejagt. Dadurch geht ihre Population stetig zurück.
Auch der Handel mit sogenannten „Heilmitteln“, die aus verschiedenen Tieren gewonnen werden, trägt dazu bei, dass zahlreiche Tierarten vom Aussterben bedroht sind.
Verbotene Souvenirs

Ein weiterer Bereich der Ausstellung beschäftigte sich mit verbotenen Souvenirs.
Zu sehen war eine Sammlung von Gegenständen, die tatsächlich im Gepäck von Touristen gefunden wurden.
Dazu gehörten unter anderem:
- Riesenflügelschnecke
- Knotentragendes Tritonshorn
- Stiefel aus Pythonschlangenleder
- Seepferdchen
- Große Tonnenschnecke
- braune Maus
- Birnenporzellanschnecke
- Porzellanschnecke
- Korallenarmband
- Armband aus einer Riesenmuschel
- Perlenarmband aus Nilpferdelfenbein
Ein einfaches Konstrukt in der Ausstellung zeigte außerdem sehr anschaulich, was passieren kann, wenn Teile unseres Ökosystems zerstört werden.
Animalische Wanderung – Migration im Tierreich
In der nächsten Ausstellung ging es um die Einschleppung von Tieren und Pflanzen in andere Ökosysteme und die Frage, welche Auswirkungen diese Migration auf die biologische Vielfalt haben kann.
An verschiedenen Schaubildern und Mitmachstationen konnte man viel über die Thematik lernen. Besonders interessant fand ich die Unterscheidung zwischen invasiven und nichtinvasiven Arten.
Fotos konnte ich in dieser Ausstellung leider nicht machen, da dort zahlreiche Mitmachstationen für Kinder aufgebaut waren.
Invasive & Nichtinvasive Arten

Invasive Arten können durch ihre Ausbreitung die heimische Flora und Fauna und damit auch die biologische Vielfalt eines Ökosystems gefährden.
Sie können beispielsweise Nahrungskonkurrenten verdrängen oder Krankheiten übertragen, gegen die bisher kein ausreichender Schutz vorhanden ist.
Obwohl nur etwa ein Prozent der eingewanderten Arten als invasiv eingestuft werden können, können sie in Europa zu erheblichen Problemen führen und die heimische Artenvielfalt bedrohen.
Eingewanderte Arten, die keinen ökologischen oder wirtschaftlichen Schaden verursachen, werden als nichtinvasiv bezeichnet.
Wenn sie nicht mit anderen Arten in Konkurrenz treten, können sie ökologische Nischen besetzen und dadurch sogar zur Artenvielfalt beitragen.
Ich fand das Thema sehr spannend, da man sich im Alltag eher weniger damit auseinandersetzt.
„Allein im Universum“ – unser Highlight

Unser persönliches Highlight im Galileo Park war die Ausstellung „Allein im Universum“.
Sie befindet sich in der größten der Pyramiden, die man über Treppen erklimmen musste.

Schon beim Betreten hatte man ein wenig das Gefühl, tatsächlich durch eine Pyramide zu gehen. Die Ausstellung war sehr aufwendig und fantasievoll gestaltet.

Auch das Thema selbst fand ich schon immer spannend: rätselhafte Phänomene, UFO-Sichtungen und die Frage, ob wir im Universum tatsächlich allein sind.
Auch unser Sohn war begeistert.
Besonders cool war bereits der Eingang. Ganz im Stil von Indiana Jones ließ sich die Eingangstür durch einen Druck auf eine Steinkachel öffnen. Das lässt Kinderaugen natürlich leuchten. 😉

Die Maya und ihre geheimnisvollen Kenntnisse
In einem der Räume wurde die Zivilisation der Maya thematisiert.
Ihre hochentwickelten Kenntnisse in Bereichen wie Kalender, Mathematik und Kunsthandwerk geben bis heute Anlass zu Fragen darüber, wie sie zu diesem Wissen gelangten.
Auf einer der Darstellungen war beispielsweise eine Steinfigur aus einer antiken Maya-Stätte zu sehen, die mit der Darstellung eines modernen Kampfpiloten mit Helm und Atemmaske verglichen wird.

Es gibt Menschen, die deshalb die Vermutung vertreten, dass die Maya einst Besuch von Außerirdischen bekommen haben und auf diese Weise zu ihrem umfangreichen Wissen gelangt sein könnten.
Gibt es außerirdisches Leben?

Ein großer Teil der Ausstellung beschäftigte sich mit vermeintlichen UFO-Sichtungen und der Frage nach der Existenz außerirdischen Lebens.
Ich denke, die Frage, ob es irgendwo da draußen noch anderes Leben gibt, haben sich viele von uns schon einmal gestellt.
Eine Raumstation zum Ausprobieren

In einem weiteren Raum befand sich der Nachbau einer Raumstation.
Die Kinder konnten sich dort an das Steuer setzen und selbst ausprobieren, wie es sich anfühlen könnte, eine Raumfähre zu bedienen.
An einem anderen Gerät konnte man seine Stimme aufnehmen und anschließend in eine „außerirdische“ Sprache übersetzen.
Diese „Außerirdischen“ dürfte wohl jeder von uns kennen. 😉
VR-Brille und virtueller Roboter

Das absolute Highlight für unseren Sohn waren allerdings die VR-Brillen.
Damit konnte man einen virtuellen Roboter zusammenbauen. Das hat ihn so sehr fasziniert, dass es gar nicht so einfach war, ihn nach einiger Zeit zum Weitergehen zu bewegen.
Für Kinder war dieser Teil der Ausstellung daher besonders spannend.
Ausblick über das Sauerland
Von dem Hügel vor den Pyramiden hatten wir außerdem einen schönen Blick über die Umgebung.

Besonders fiel dabei das benachbarte Bergwerk Meggen auf. Dort befindet sich heute ein Museum. Die Erzförderung wurde dort 1992 aufgrund der Erschöpfung der Vorräte eingestellt.

Unser Fazit zu den Sauerland Pyramiden
Die Sauerland Pyramiden in Lennestadt waren für uns eine echte Überraschung. Wir waren eher zufällig dort – und gerade deshalb finde ich solche Ausflugsziele besonders schön.
Die verschiedenen Ausstellungen waren interessant, lehrreich und haben gleichzeitig zum Nachdenken angeregt. Besonders schön fanden wir die Mischung aus Wissen, ungewöhnlichen Themen und interaktiven Elementen.
Gerade die Ausstellung über das Artensterben zeigt, wie wertvoll unser Ökosystem ist und wie wichtig es ist, verantwortungsvoll mit unserer Umwelt umzugehen.
Ich hoffe, dass zukünftige Generationen mehr aus den Fehlern ihrer Vorgänger lernen und unsere Umwelt besser schützen werden.
Denn solange beispielsweise Menschen bereit sind, viel Geld für exotische Tierprodukte zu bezahlen, wird es leider auch weiterhin Menschen geben, die vom Handel mit solchen Produkten profitieren und damit das Tierreich ausbeuten.
Wenn ihr im Sauerland unterwegs seid und nach einem Ausflugsziel für die ganze Familie sucht, ist der Galileo Park auf jeden Fall einen Blick wert. Und auch, wenn das Wetter einmal nicht so mitspielt, ist der Park prima geeignet. Die Ausstellungen sind alle in den einzelnen Pyramiden untergebracht, so dass man diese wettergeschützt in somit in Ruhe und anschauen kann.
Ich hoffe, euch hat mein kleiner Einblick in die Sauerland Pyramiden und den Galileo Park in Lennestadt gefallen und vielleicht auch ein wenig zum Nachdenken angeregt. 😉
Galileo-Park im Sauerland – alle Infos auf einen Blick
Du möchtest den Galileo-Park im Sauerland selbst besuchen? Hier findest du die wichtigsten Informationen rund um den Wissens- und Rätselpark in Lennestadt. Ob spannende Ausstellungen, ungewöhnliche Phänomene oder ein Ausflug mit der Familie – der Galileo-Park lädt dazu ein, Neues zu entdecken und gemeinsam zu staunen.
🗺️ Galileo-Park im Sauerland – alle Infos auf einen Blick
Der Galileo-Park ist ein Wissens- und Rätselpark in den Sauerland-Pyramiden in Lennestadt. Hier erwarten dich wechselnde Ausstellungen zu spannenden wissenschaftlichen, technischen und rätselhaften Themen.
📍 Adresse
Sauerland-Pyramiden 4–7
57368 Lennestadt
🕙 Öffnungszeiten
Saison 2026: 15. März bis 15. November
Außerhalb der NRW-Ferien: Dienstag bis Sonntag,
10–17 Uhr
In den NRW-Ferien: täglich 10–17 Uhr
🎟️ Eintrittspreise
Regulär: 9,50 € pro Person
Ermäßigt: 7,50 € pro Person
👨👩👦 Für wen?
Für neugierige Entdecker, Familien und alle,
die gerne Neues lernen und Rätsel lösen.
Hinweis: Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Ausstellungen können sich ändern. Bitte informiere dich vor deinem Besuch auf der offiziellen Website.
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