Greetsiel – ein Bilderbuchdorf an der deutschen Nordseeküste

Greetsiel gilt als eines der schönsten Fischerdörfer an der deutschen Nordseeküste – und schon bei unserem ersten Besuch konnte ich gut verstehen, warum der kleine Ort so viele Besucher anzieht.

Während unseres Urlaubs in den Herbstferien waren wir ganz in der Nähe und wollten uns das viel gelobte „Bilderbuch-Dorf“ natürlich nicht entgehen lassen. Also machten wir uns an einem sonnigen Herbsttag auf den Weg nach Greetsiel.

Schon am großen Parkplatz am Ortseingang wurde deutlich, dass wir mit unserer Idee nicht allein waren. Greetsiel ist ein beliebtes Ausflugsziel und vor allem für seinen historischen Hafen, die traditionellen Krabbenkutter, die hübschen Backsteinhäuser und die kleinen Gassen bekannt.

Die berühmten Zwillingsmühlen von Greetsiel

Direkt am Ortseingang begrüßen einen die beiden Wahrzeichen von Greetsiel: die Zwillingsmühlen.

Die beiden Windmühlen stammen aus unterschiedlichen Zeiten und sind bis heute funktionstüchtig. Besonders auffällig ist die rote Mühle, die bereits 1706 errichtet wurde. Heute befinden sich darin unter anderem ein Mühlenladen und ein Café.

Ein paar Schritte weiter in Richtung Ortskern steht die grüne Mühle. Sie wurde 1856 erbaut und beherbergt heute eine Teestube und eine Kunstgalerie.

Allein die beiden Mühlen sind schon ein schönes Fotomotiv und gehören für mich unbedingt zu einem Besuch in Greetsiel dazu.

Durch die Gassen in Richtung Hafen

Von den Zwillingsmühlen aus schlenderten wir gemütlich zu Fuß in Richtung Ortskern und Hafen.

Dabei kamen wir an vielen hübschen Backsteinhäusern vorbei. In einigen davon befinden sich kleine Geschäfte mit maritimer Dekoration, schönen Wohnaccessoires und anderen Dingen, die das Herz von Nordsee- und Küstenliebhabern höherschlagen lassen.

Ein besonders schönes Geschäft entdeckten wir in einem Backsteingebäude. Leider war es zu diesem Zeitpunkt noch geschlossen, sodass wir nur einen Blick durch das Schaufenster werfen konnten.

Gerade diese kleinen Läden und individuellen Geschäfte machen für mich den besonderen Charme von Greetsiel aus.

Der historische Hafen von Greetsiel

Unser eigentliches Ziel war natürlich der Hafen von Greetsiel.

Der historische Hafen ist rund 600 Jahre alt und wird heute unter anderem von den traditionellen Krabbenkuttern geprägt. Die Greetsieler Kutterflotte umfasst insgesamt 25 Kutter und zählt damit zu den größten Krabbenfischerflotten in Ostfriesland.

Als wir am Vormittag ankamen, waren bereits zahlreiche Besucher unterwegs. Im Laufe des Tages wurde es immer voller. Die kleinen, teilweise sehr engen Gassen rund um den Hafen waren zeitweise dicht bevölkert, was das Fotografieren nicht unbedingt einfacher machte.

Trotzdem hat gerade dieses lebendige Treiben seinen eigenen Reiz. Überall gibt es etwas zu entdecken und zu beobachten.

Backsteinhäuser, Cafés und maritime Atmosphäre

Direkt am Hafen reihen sich wunderschöne historische Backsteinhäuser aneinander. Darin befinden sich kleine Boutiquen, Geschäfte, Cafés und Restaurants.

Wir waren mit drei Frauen und einem neunjährigen Jungen unterwegs und haben uns deshalb nicht in jedes der einladenden Geschäfte gewagt. Stattdessen schlenderten wir einfach durch die Gassen rund um den Hafen.

Für den Geldbeutel war das vermutlich sogar die bessere Entscheidung. 😉

Besonders schön fand ich die vielen Restaurants und Cafés, die direkt am Hafen liegen. Von dort aus kann man gemütlich sitzen und das Treiben im Kutterhafen beobachten.

An einem warmen Sommerabend muss hier sicherlich eine ganz besondere Atmosphäre herrschen. Aber auch die strahlende Herbstsonne an unserem Besuchstag vermittelte uns einen kleinen Eindruck davon, wie sich das „La Dolce Vita“ in Greetsiel anfühlen könnte.

Kleine Boutiquen und besondere Geschäfte

Wer gerne durch kleine Geschäfte stöbert, kommt in Greetsiel ebenfalls auf seine Kosten.

In den hübschen Gassen gibt es zahlreiche kleine Boutiquen, Handwerksgeschäfte und Manufakturen. Viele davon passen wunderbar zum maritimen Charakter des Ortes.

Ich mag solche kleinen Geschäfte auf Reisen besonders gerne, weil man dort oft Dinge entdeckt, die man in großen Einkaufsstraßen vergeblich sucht.

Greetsiel vom Wasser aus entdecken

Vom Hafen aus führt ein kleiner Kanal durch den Ort. Rund um den Kanal befindet sich ein kleiner Platz, der von Restaurants umgeben ist.

Wer Greetsiel einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchte, kann den Ort auch vom Wasser aus erkunden. Es werden Fahrten mit dem Kanalboot „Uschi“ angeboten. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich ein Tretboot zu mieten.

Gerade an einem warmen Sommertag stelle ich mir eine solche kleine Bootsfahrt sehr gemütlich vor.

Mittagessen im Restaurant Gezeiten

Nach so viel Laufen, frischer Luft und Sightseeing bekamen wir irgendwann Hunger.

Also machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant und landeten im „Gezeiten“ im Ortszentrum. Das Restaurant wirkte modern und gleichzeitig sehr gemütlich. Besonders angenehm war der Duft nach Kaffee und Gebäck, denn das Gezeiten ist gleichzeitig auch ein Café.

Mein Sohn und meine Schwester entschieden sich für Burger. Eigentlich etwas ungewöhnlich für einen Besuch in einem traditionellen Fischerdorf – schließlich hätte man hier natürlich auch wunderbar Fisch essen können.

Allerdings hatten wir in den Tagen zuvor bereits reichlich Fisch gegessen und wollten diesmal einfach etwas anderes ausprobieren. Und gerade mit Kindern muss es ja nicht immer Fisch sein.

Die Burger kamen jedenfalls sehr gut an. Leider habe ich vergessen, davon ein Foto zu machen.

Ich selbst entschied mich für Lachs mit Rösti-Talern und Salat – und auch damit lag ich genau richtig.

Zum Abschluss noch ein Ostfriesentee

Auf dem Rückweg zum Auto kamen wir wieder an den Zwillingsmühlen vorbei.

Mittlerweile waren rund um die Mühle Tische und Stühle aufgestellt worden. Die Gelegenheit, bei einem wärmenden Ostfriesentee noch einmal kurz zu verschnaufen, hätten wir an diesem herbstlichen Tag eigentlich gerne genutzt.

So ein Tee unter den Flügeln einer historischen Windmühle passt schließlich perfekt zu einem Ausflug nach Ostfriesland.

Mein Fazit zu Greetsiel

Uns hat Greetsiel richtig gut gefallen.

Natürlich merkt man dem Ort an, dass er ein sehr beliebtes Touristenziel ist. Gerade an schönen Tagen und vermutlich besonders im Sommer kann es hier ziemlich voll werden. Die kleinen Gassen und der Bereich rund um den Hafen sind dann schnell gut besucht.

Trotzdem hat Greetsiel für mich einen ganz besonderen Charme.

Die hübschen Backsteinhäuser, die historischen Zwillingsmühlen, der alte Hafen mit seinen Krabbenkuttern, die kleinen Geschäfte und die vielen Cafés ergeben zusammen tatsächlich ein kleines Bilderbuchdorf an der Nordsee.

Alles wirkt sauber, gepflegt und liebevoll hergerichtet. Große Hotelanlagen oder auffällige Bauten sucht man im historischen Ortskern vergeblich. Stattdessen kann man durch die kleinen Gassen schlendern, am Hafen sitzen und einfach dem Treiben zusehen.

Und genau darauf hätte ich beim nächsten Besuch wieder Lust: ein gemütlicher Kurzurlaub in Greetsiel, ein Spaziergang am Hafen, ein gutes Essen mit fangfrischem Fisch und vielleicht ein Glas Weißwein dazu.

Einfach ein bisschen die Seele baumeln lassen und das besondere Gefühl genießen, irgendwo an der Nordsee angekommen zu sein.

Greetsiel – wir kommen bestimmt noch einmal wieder.

Warst Du auch schon einmal in Greetsiel oder hast Du vor, dort Urlaub zu machen?

1 Kommentar zu „Greetsiel – ein Bilderbuchdorf an der deutschen Nordseeküste“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen