Kennt ihr diese Tage, an denen irgendwie der Wurm drin ist? Man selbst ist nicht so richtig gut drauf, das Kind langweilt sich, quengelt und scheint vor lauter Energie gar nicht zu wissen, wohin damit.
Genau so einen Tag hatten wir vor Kurzem. Meine Lösung für solche Situationen ist meistens ganz einfach: Raus in die Natur!
Also haben wir nach dem Mittagessen unsere Sachen gepackt und uns auf den Weg in den Wald gemacht. Dieses Mal sollte es aber nicht irgendein Wald sein. Für unseren 8-jährigen Sohn wollte ich den Ausflug ein bisschen spannender gestalten und habe deshalb den Wunderwald in Rödinghausen ausgesucht.
Und was soll ich sagen? Es war genau die richtige Entscheidung!
Ein Märchenwald mitten im Wiehengebirge
Der Wunderwald ist ein besonderes Projekt des Heimatvereins Rödinghausen. Während des ersten Corona-Lockdowns im Jahr 2020 entstand hier ein märchenhafter Wanderweg, der Familien dazu einlädt, die Natur einmal auf eine ganz besondere Art zu entdecken. Das Projekt wurde so gut angenommen, dass der Wunderwald bis heute gepflegt und erhalten wird.
Auf verschiedenen Wanderwegen können kleine und große Besucher die Geschichte „Wanda braucht ein Wunder“ kennenlernen. An verschiedenen Stationen warten märchenhafte Figuren und kleine Überraschungen darauf, entdeckt zu werden.
Für Kinder ist das natürlich eine tolle Motivation, denn plötzlich wird aus einem normalen Waldspaziergang eine richtige Entdeckungsreise.
Die Wanderung beginnt
Das Wetter hätte an diesem Tag kaum besser sein können. Angenehme 20 Grad und ein schöner Mix aus Sonne und Wolken waren perfekt für eine Wanderung.
Ich erzählte unserem Sohn vorher, dass wir in einen „Wunderwald“ fahren würden.
Seine Antwort kam prompt:
„Was ist denn ein Wunderwald?“
Das sollte er schon bald herausfinden. 😄
Nach unserer Ankunft und nur wenigen Metern im Wald entdeckten wir bereits eine Wanderkarte. Kurz darauf lugten die ersten kleinen Fabelwesen neugierig aus den Baumwurzeln hervor.


Die Begeisterung war sofort da.
Aus dem zunächst etwas lustlosen Kind wurde plötzlich ein kleiner Entdecker – und die Wanderung konnte beginnen!
Auf Entdeckungstour zu den Kieselkobolden
Schon kurz nach dem Start wurde der erste „Berg“ erklommen, denn schließlich wollten wir unbedingt das Dorf der Kieselkobolde entdecken.

Und genau das machte den Weg für unseren Sohn so interessant: Hinter jeder Kurve konnte etwas Neues auftauchen.
Manche der märchenhaften Wesen waren richtig gut versteckt. Da hieß es: Augen auf und genau hinschauen!

So wurde die Wanderung zu einer kleinen Schatzsuche durch den Wald.


Herbstzauber im Wunderwald 🍂
Auch die Natur selbst zeigte sich an diesem Tag von ihrer schönsten Seite.
Die warme Herbstsonne ließ den Wald wunderschön glitzern. Zwischen den Bäumen entdeckten wir immer wieder verschiedene Pilze und überall gab es kleine Details zu bestaunen.
Es war einer dieser perfekten Herbsttage, an denen man am liebsten einfach immer weiterlaufen möchte.
Und das Beste daran?
Die schlechte Laune war inzwischen komplett verschwunden.
Als wäre sie nie da gewesen. 😉




Der Schuhbaum und eine kleine Geschichte
Eine weitere interessante Station erwartete uns an einer Schutzhütte: der Schuhbaum.
Dort erfuhren wir die Geschichte hinter dieser ungewöhnlichen Tradition. Sie soll auf einen irischen Brauch zurückgehen.
Der Überlieferung nach soll es zwischen einem frisch verheirateten Paar zu einem heftigen Streit gekommen sein. Um seine Frau am Weglaufen zu hindern, soll der Mann kurzerhand ihre Schuhe auf einen Baum geworfen haben.
Die Frau blieb – und die Schuhe am Baum wurden anschließend als Glücksbringer betrachtet.
Andere Menschen übernahmen diesen Brauch, sodass sich die Idee der Schuhbäume schließlich auch außerhalb Irlands verbreitete.
Eine schöne kleine Geschichte, die perfekt zu einer solchen märchenhaften Wanderung passt.

Vorbei am Steinbruch zum Nonnenstein
Nach der Station am Schuhbaum ging es weiter durch den Wald. Unser Weg führte unter anderem an einem Steinbruch vorbei, der aus verschiedenen Sandsteinschichten besteht.


Doch natürlich gab es weiterhin jede Menge Wunderwald-Bewohner zu entdecken.

Schließlich erreichten wir einen wunderschönen Aussichtspunkt. Von hier aus konnten wir über das gesamte Tal blicken.

Anschließend ging es weiter zum Aussichtsturm am Nonnenstein.
Der Nonnenstein gilt als Wahrzeichen der Gemeinde Rödinghausen und ist mit einer Höhe von 273,1 Metern eine der höheren Erhebungen des Wiehengebirges.

Die Aussicht war wirklich wunderschön und eine tolle Belohnung für den bisherigen Aufstieg.
Der Bismarck-Turm
Ein paar Meter weiter kamen wir noch an einer weiteren Besonderheit vorbei: dem sogenannten Bismarck-Turm.
Dabei handelt es sich eigentlich gar nicht um einen klassischen Turm, sondern um eine Bismarck-Feuersäule aus dem Jahr 1911.


Früher wurde dort jedes Jahr am 1. April ein Feuer zu Ehren von Bismarcks Geburtstag entzündet. Diese Tradition wird heute allerdings nicht mehr fortgeführt.
Ein wunderschöner Wandertag geht zu Ende
Langsam neigte sich unser Wandertag dem Ende entgegen.
Beim Abstieg konnten wir noch einmal die schöne Aussicht genießen und natürlich begegneten uns auch weiterhin einige Bewohner des Wunderwaldes.


Was als kleiner Ausflug gegen Langeweile und schlechte Laune begonnen hatte, wurde zu einem richtig schönen Familienerlebnis.
Unser Fazit
Der Besuch im Wunderwald Rödinghausen hat uns allen richtig gut gefallen.
Besonders schön fand ich, dass die Wanderung nicht einfach nur ein Spaziergang durch den Wald war. Durch die kleinen Fabelwesen, Geschichten und Entdeckungsstationen wurde die Natur für unser Kind plötzlich zu einem spannenden Abenteuer.
Und genau solche Ausflüge liebe ich: Man braucht nicht viel Geld oder eine aufwendige Planung, sondern einfach ein bisschen Zeit, gutes Wetter und die Lust, gemeinsam etwas zu entdecken.
Besonders toll ist außerdem, dass hinter dem Wunderwald Menschen stehen, die dieses schöne Projekt ehrenamtlich aufgebaut haben und weiterhin pflegen.
Dafür kann man wirklich nur Danke sagen!
Unser Fazit: Ein ganz besonderes Wald- und Wandererlebnis für Familien, Naturfreunde und alle, die Lust auf ein kleines Abenteuer haben. 🌲🍂✨

